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PARTNERSHIPS 03.07.2018

Vom Sand- auf den Rasenplatz – die Kunst der Verwandlung

Nach den großen Turnieren mit ihren Rutschpartien auf den Sandplätzen der French Open müssen sich die Tennis-Champions jetzt auf Grün umstellen. Eine andere Platzart, die notwendigerweise Anpassungen in Sachen Ausrüstung und Herangehensweise an das Spiel erfordert.

Die seit einem Jahr nochmals um eine Woche verlängerte Rasensaison ist und bleibt eine besondere Zeit auf der Tennis-Welttour. Im Wesentlichen lässt sich dadurch die Vorbereitung auf einen der absoluten Höhepunkte des Tennis-Jahres verbessern: Wimbledon – übrigens das einzige Grand-Slam-Turnier, das auf dem Gelände eines privaten Vereins stattfindet. Aufgrund dieser Besonderheit ist es zum Beispiel möglich, dass nicht einer der globalen Sportartikel-Konzerne den offiziellen Bespannungs-Service übernommen hat, sondern Babolat zum offiziellen Wimbledon-Ausrüster ernannt wurde. Dazu gehört auch eine vollständige Wimbledon-Kollektion, vom Racket über Schuhe und Taschen bis hin zu Tenniskleidung und Accessoires. Benoit Paire spielt das Turnier mit dem Propulse Fury Wimbledon, der in den Farben des All England Club auf genau diesen Anlass zugeschnitten wurde. Auch alle Balljungen und Ballmädchen werden Babolat-Schuhe tragen – die mit der legendären weißen Sohle und den 3-mm-Rasenstollen.

Babolat, offizieller Wimbledon-Ausrüster

Diese Stollen dürfen einen Durchmesser von 3 Millimetern nicht überschreiten. In diesem Punkt versteht die Turnierleitung – wie auch beim offiziellen „Dresscode“ keinen Spaß. Ziel dieser Vorschrift ist es natürlich, den „heiligen“ Rasen zu schützen, damit er die zwei Wochen des Turniers übersteht, aber es geht auch um die Sicherheit der Spieler. Denn ohne diese Stollen würden die Spieler auf dem Rasen nur so hin und her rutschen, was der Qualität des Spiels sicher abträglich wäre. Wie wir wissen, werden auf dem Rasenplatz anders als auf dem Sand- oder Hartplatz die Spiele mit kürzeren Schlägen ausgetragen, öfter angeschnitten und auch direkter gespielt bzw. direkt im Flug angenommen und nach oben gespielt.

Die berühmten 3er-Stollen-Schuhe

Auch weil Babolat der offizielle Wimbledon-Ausstatter ist, werden wir den Österreicher Dominic Thiem, vor kurzem noch Finalist in Paris, mit einem Pure Strike sehen, der nicht wie üblich in Orange gehalten ist, sondern jetzt im typisch englischen Racing-Green. Sein Trainer Gunter Bresnik verrät außerdem ein kleines Geheimnis über seinen Schützling: „Auf dem Rasenplatz springt der Ball weniger gut auf und die Ballwechsel sind kürzer. Um hier effizienter spielen zu können, ist es sinnvoll, das Gewicht des Rackets etwas zu reduzieren und auch die Spannung der Saiten anzupassen – und zwar jeden Tag von neuem, weil sich die Bedingungen auf dem Rasenplatz sehr schnell ändern.“
Lucien Noguès, Turnier-Besaiter bei Babolat, hat festgestellt: „Klar gibt es immer wieder Änderungen bei der Spannung, aber letzten Endes hängen die mehr vom Wetter ab, als von der Oberfläche des Platzes. Und es ist tatsächlich so, dass das Gras und auch Feuchtigkeit und Temperatur den Aufprall des Balles abschwächen können. Wenn es geregnet hat, weiß man, dass der Ball schlechter springt, weil es kälter ist und der Ball sich natürlich vollgesogen hat und schwerer ist. Die Spieler können dann ihre Spannung vermindern, um einen besseren Trampolin-Effekt zu erzielen und damit schneller zu werden.“ Diese Technik funktioniert auch, wenn man den Ball besser anschneiden möchte. Paradoxerweise wechseln die Spieler ihren Saitenquerschnitt nicht, auch wenn dies eine Lösung sein könnte: „Es kommt extrem selten vor, dass ein Spieler den Durchmesser seiner Saite wechselt, wenn es auf den Rasenplatz geht. Andererseits kommt es öfter vor, dass die großen Topspin-Spieler die ganze Saison lang mit einer 100 %-Polyester-Saite spielt, dann aber zu einer Hybridbespannung wechselt“, merkt Lucien Noguès noch an.

Wimbledon und Babolat – das ist eine echte Liebesgeschichte. Nicht umsonst hat die französische Marke bereits mehr als 100 Titel im Einzel auf dem legendären Londoner Rasen gewonnen!

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