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RACKETS 27.06.2017

Pure Aero: DIE ULTIMATIVE WAFFE VON RAFAEL NADAL

Die gesamte bisherige Erfolgsgeschichte von Rafael Nadal steht im Zeichen eines einzigen Rackets, des Babolat Pure Aero (ehemals AeroPro Drive), der 2004 mit ihm gemeinsam und speziell für ihn entwickelt wurde. Eine unschlagbare Waffe, die im Laufe von „La Decima“, der sagenhaften zehn Siege bei den French Open, ständig weiter verbessert wurde.

Es wissen nur wenige, aber im letzten Winter passierte etwas Außerordentliches im Leben des Rafael Nadal: Weil er mit mehr Power spielen – und natürlich gewinnen – wollte, fügte der Spanier seinem Babolat Racket zwei Gramm Gewicht hinzu. Das hört sich nicht nach enorm viel an, aber zwei Gramm im Blut, das durch seine Adern fließt (in Anlehnung an den Slogan „Tennis runs in our blood“), machen enorm viel aus. Und Rafa verabscheut eigentlich jede Veränderung. Nicht umsonst spielt er seit frühester Jugend mit Babolat – angeregt übrigens durch seinen Landsmann und Trainer Carlos Moya, der 1998 als erster Spieler überhaupt ein Grand-Slam-Turnier mit Babolat gewann (die French Open natürlich).

Ganz am Anfang seiner Karriere spielte Nadal mit einem Soft Drive, später, bei seinen ersten Turnieren, mit einem Pure Drive. „Als wir erkannt hatten, wann es wirklich darauf ankommt, mit Power zu spielen, beschlossen wir, ein neues Racket zu entwickeln, das perfekt auf sein Spiel abgestimmt, also auf besonders kraftvolle Schläge und perfekten Top-Spin ausgelegt war“, erklärt Eric Babolat, Chef des gleichnamigen Unternehmens.

So entstand der Babolat AeroPro Drive (jetzt bekannt als „Pure Aero“), ein Racket, das sich unter anderem durch seinen legendären aerodynamischen Querschnitt auszeichnet (daher auch der Name). Technisch wurde es gemeinsam mit dem damaligen Newcomer entwickelt, der seit 2004 damit spielt. „Bis heute ist es mehr oder weniger dasselbe Racket geblieben, auch wenn es sukzessive mit den jeweils neuesten technologischen Innovationen von Babolat aufgerüstet wurde. Auch der Rahmen wurde immer wieder ein bisschen optimiert“, erläutert der Tennis-Champion.

Diese Optimierung besteht aus zwei kleinen Aufsätzen in Form von Bleigewichten am Kopf des Schlägers, um den „Hammer“-Effekt und damit die Schlagkraft zu verstärken. Die erste dieser zweistufigen Veränderung wurde 2012 vorgenommen. Damals hatte Rafa eine schwierige Saison hinter sich, mit einer Reihe von Niederlagen gegen Novak Djokovic. Um diese Unglücksserie zu stoppen, beschloss er, mehr Power in seine Schläge zu legen, und machte sein Racket drei Gramm schwerer. In diesem Jahr legte er noch mal eins drauf, mit weiteren zwei Gramm Blei, wiederum ganz oben am Rahmen.”

Dieses Gewicht anzubringen, obliegt Guillaume Cambon, einem der beiden bei Babolat angestellten Racket-Präparatoren, der sich ganz besonders um das Arbeitsinstrument von Rafa kümmert. „Aber ganz ehrlich, er ist es nicht, der mir die meiste Arbeit macht”, verrät Cambon, „denn außer diesen Bleistreifen oben am Rahmen gibt es bei seinen Rackets quasi nichts zu ändern. Außerdem ist Rafa kein typischer Großverbraucher: Er hat einen Bedarf von höchstens 30 Rackets im Jahr.“ Dabei ist erwähnenswert, dass sich Rafael Nadal vielleicht als einziger Tennisprofi der Welt rühmen kann, noch NIE in seinem Leben ein Racket zerbrochen zu haben!
„Im Schnitt rüsten wir Rafa vier Mal im Jahr mit einem Set von sechs bis acht Rackets aus“, präzisiert Jean-Christophe Verborg, der bei Babolat den Bereich Wettbewerb verantwortet und gleichzeitig einer der engsten Vertrauten des Champions ist. Entgegen landläufiger Meinung werden Grand Slams nicht mit neuen Rackets gespielt. So wie ein neues Auto erst einmal eingefahren werden muss, müssen auch Rackets zunächst eingespielt werden, um ihr ganzes Potenzial entfalten zu können. „Das gilt ganz besonders für Rafa, weil er sein Racket auf eine spezielle Art hält, nämlich in der Mitte der Handfläche. So kann er sich die Form des Griffs sozusagen selbst ‚erarbeiten‘, bis dieser sich perfekt an seine Hand angepasst hat“, berichtet Jean-Christophe.”

Apropos Griff: Nadal spielt mit einem der Größe 2, was für einen Mann eher klein ist, gerade bei diesem Modell. Aber er umwickelt ihn mit einem Over-Grip – und zwar eigenhändig und mit einem Ritual, das er geradezu zelebriert. „Das Anlegen des Over-Grips ist das einzige, was ich lieber selbst tue, vielleicht aus einer Art von Aberglaube heraus“, schmunzelt Rafa, der dem Team seines Ausrüsters ansonsten blind vertraut.

Noch eine wichtige Anmerkung: Rafael Nadal spielt mit einer vernetzten Variante des Pure Aero. Dieses Racket ist mit Mikro-Sensoren ausgestattet, die eine riesige Menge Daten (Anzahl der Schläge, Bereiche des Rackets, in denen der Ball auftrifft, Schlagkraft, Spin etc.) aufzeichnen, um anschließend vom Nadal-Clan analysiert zu werden. Auch dadurch hat „La Decima“, der zehnte Sieg bei ein und demselben Grand Slam, kaum eine Chance, vergessen zu werden: Jeder einzelne seiner Schläge bei den French Open 2017 ist akkurat gespeichert – für die Ewigkeit.

Die ULTIMATIVE WAFFE

Rafael Nadal spielt mit Babolat Pure Aero Play (vernetzte Variante), in der handelsüblichen Version. Allerdings nutzt Nadal – wie alle Profis – ein personalisiertes Ra-cket, das hinsichtlich Gewicht, Balance und Trägheitsmoment an seine Vorlieben angepasst wird. Untenstehend die „technischen Daten“ seines Rackets bei den French Open 2017.

Die Sieger-Rackets

Ein Blick auf die fünf anderen Rackets, mit denen Rafael Nadal seine zehn Titel bei den French Open gewonnen hat. Und eine überraschende Vorankündigung …

Ein Racket, das speziell für den Spanier entwickelt und auf dessen Spiel und Bewegungsabläufe abgestimmt wurde. Das Durchschneiden der Luft wird durch eine in Spielrichtung orientierte Aerodynamik wesentlich erleichtert – wovon auch der starke Topspin Nadals profitiert. Mit diesem innovativen Racket gewann Rafael Nadal seine ersten beiden French Open, den ersten Titel bereits als 19-Jähriger im Jahr 2005 und dann erneut in 2006. Am Tag nach seinem ersten Sieg auf dem Pariser Sandplatz wandte sich Nadal an die Angestellten von Babolat und dankte ihnen für ihren Einsatz – ganz Gentleman-like.

Dieses Racket ist quasi identisch mit dem Vorläufermodell, nur dass die Farbgebung jetzt mehr Richtung gelb tendierte. Mit diesem Racket gewann der Mann aus Mallorca die French Open 2007 und 2008, in einem legendären Match gegen Roger Federer sogar Wimbledon 2008. Und zum ersten Mal stand Rafael Nadal auf Platz 1 der Weltrangliste!
2009 konnte er zudem die Australian Open für sich entscheiden.

Nach ausführlichen Tests 2009 bei Babolat in Lyon hat sich Rafael Nadal im darauffolgenden Jahr für die neue Saite RPM Blast (eine achteckige, schwarze Monofil-Saite) entschieden, die sich perfekt für sein typisches Spiel mit viel Spin und Power eignet. Zweiter Doppelsieg bei den French Open und in Wimbledon in diesem Jahr für den Mallorquiner, der damit wieder zum Weltranglisten-Ersten aufstieg. Seiner Sammlung an Grand-Slam-Siegen konnte er jetzt noch einen bei den US Open hinzufügen. Mit diesem Racket gewann er auch erneut die French Open 2011 und 2012.

Nach Feinabstimmungen mit den Babolat Teams im Winter 2011 hat Rafael Nadal seinem Racket drei Gramm Gewicht am Schlägerkopf hinzugefügt. Damit verfolgten er und vor allem sein Onkel Toni zwei Ziele: längere Schläge im Spiel und beim Aufschlag sowie mehr Selbstvertrauen ins eigene Spiel. Der wohlverdiente Lohn ließ nicht lange auf sich warten: der achte Gewinn der French Open 2013 sowie sein 13. Grand-Slam-Titel bei den US Open 2013.

Premiere für eine Kooperation zwischen einer Marke und einem Champion. Rafael Nadal wechselt mitten in der Saison die Farben seines Rackets – zu Ehren der Partnerschaft zwischen den French Open und Babolat. Rafael Nadal und die French Open – eine Verbindung, die auf der Hand liegt und auch umgehend mit einem historischen neunten Sieg des Spaniers in Paris besiegelt werden konnte.

Die ultimative Verbindung zwischen einem legendären Champion, seinem Racket und seinem Lieblingsturnier … Das ist das Geschenk von Eric Babolat, Chef des Traditions-Unternehmens, an seinen Champion zur Feier der unglaublichen Leistung von „La Decima“. Die Farben Gelb und Orange stehen für den AeroPro Drive von Rafael Nadal und den legendären Pariser Sandplatz, auf dem Rafa jetzt bereits zum zehnten Mal eines der wichtigsten Turniere der Welt gewonnen hat. Als Reminiszenz an diesen Erfolg sind die zehn Siege auf dem Rahmen dieses Sammlerstücks eingraviert.

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