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PARTNERSHIPS 08.06.2018

Im offiziellen Racket- und Besaitungs-Service ist die Spannung groß

Seit acht Jahren ist Babolat nun für den Racket- und Saiten-Service bei den French Open verantwortlich. Drei Wochen lang werden mehr als 17 Besaiter quasi rund um die Uhr die Rackets der Spieler vorbereiten, manchmal unter ziemlichem Druck. Wir schauen mal genauer hin …

Im RG Tennis Club, in dem Babolat den Offiziellen Racket- und Saiten-Service anbietet, ist der Bär los. Auch wenn es zugeht wie in einem Bienenstock, weiß doch jeder genau, was zu tun ist, und geht seiner Aufgabe mit höchster Präzision nach. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Wenn das Racket am Empfangstresen abgegeben wird, fragt man den Spieler auch nach wichtigen Infos, oftmals auch den Trainer oder einen anderen Vertrauten des Spielers. „Für Rafael Nadal kommt oft Carlos Moya. Je nachdem. Auf jeden Fall ist diese Unterstützung entscheidend, denn wir müssen genau wissen, welche Saite und welche Spannung der Spieler möchte“, erklärt Eric Ferrazzi, der Leiter des Racket- und Saiten-Service. Um möglichst effizient zu arbeiten, läuft alles über den Computer, nicht mehr mit Notizblock und Bleistift, wie noch in den 80er-Jahren. Sobald das Racket dem Team übergeben wurde, setzt eine gut geölte Choreographie ein. Bei den French Open gibt es einen wichtigen Schritt vor dem eigentlichen Bespannen. Hier tauscht der Besaiter seine gewohnten Zangen gegen eine Dose mit Druckluft: „Ein Sandkorn am falschen Platz und die Saite kann brechen, also müssen wir das Racket vor dem Bespannen gründlich reinigen. Dazu blasen wir Druckluft in die Ösen und wischen alles sauber. Wir verwöhnen das Racket richtiggehend.“ Und dann, in einer fließenden Bewegung, nehmen sich die feenhaft flinken Finger des professionellen Besaiters des Rackets an.

Bei den French Open müssen die Rackets vor dem Besaiten unbedingt gesäubert werden. Ein kleines Sandkorn an der falschen Stelle, und die Saite kann schon beim Bespannen brechen.

Diese Saiten-Experten sind echte Enthusiasten, die dazu bereit sind, die ganze Nacht durchzuarbeiten, um die Wünsche der Champions zu erfüllen: „Manche Spieler lassen ihr Racket immer von demselben Mitarbeiter bespannen. Für Rafael Nadal ist das dieses Jahr der Amerikaner John Newton. Jeder weiß, dass eine nicht exakte Spannung den Verlauf eines Spiels ändern kann. Unser Ziel ist es, so präzise wie möglich zu arbeiten. Wenn du einen Standard-Auftrag hast und den normal bearbeitest, brauchst du 20 bis 25 Minuten. Wenn es nicht wirklich dringend ist, nehmen wir uns auch diese Zeit”, sagt Eric Ferrazzi. Diese relative Ruhe und Besonnenheit ändert sich allerdings schnell, wenn ein Spieler mit einer „On-court”- Anfrage kommt – mitten im Spiel. „In diesem Moment herrscht Hochspannung. Jetzt zählt jede Sekunde. Die Zielvorgabe für das Bespannen liegt dann bei 10 bis 12 Minuten.” Insgesamt rund 20 Minuten inklusive der Sprints vom Platz bis zum Service-Center und wieder zurück auf den Platz: „Durchtrainierte Beine schaden uns also auch nichts”, scherzt Eric Ferrazzi.

Wer diese Betriebsamkeit beobachtet, bekommt einen Eindruck davon, wie ernst diese Aufgabe ist, aber auch, wie viel Freude die Mitarbeiter an ihrem Job haben: „Mein Team besteht aus echten Fans. Manche von ihnen haben bis zu 21 Jahre Erfahrung hier bei den French Open. Auch wenn wir hart arbeiten, können wir das Turnier – auf unsere Art – verfolgen.“ Letztes Jahr gingen mehr als 5.000 Rackets durch die Hände des Teams. Dabei wurden 58 km Saiten mit einer durchschnittlichen Spannung von 23,5 kg verarbeitet.

Maßgeschneiderter Service für alle Turnierspieler

Um den Spielern einen noch besseren Service zu bieten, hat sich die französische Marke entschlossen, den innovativen maßgeschneiderten Racket-Service allen Turnier-Teilnehmern zugänglich zu machen. Zwei Mitarbeiter bereiten die Rackets vor und sorgen dafür, dass sie hinsichtlich Gewicht und Balance genau identisch sind: „Unsere Maßfertigung bieten wir ganzjährig allen Vertragsspielern. Da erschien es uns logisch, während des Turniers allen Spielern dieses Angebot zugänglich zu machen.“ Ein nicht nur logischer, sondern auch sehr willkommener Service.

Offen vom frühen Morgen bis spät in die Nacht pulsiert der Racket- und Bespannungsservice im oft hektischen Rhythmus des Turniers. Zehn Nationalitäten bilden hier ein Team, und alle sprechen dieselbe Sprache: die der Saiten und Knoten und der berühmten Schablonen zum Applizieren der Markenlogos: „Seit Beginn unserer Zusammenarbeit mit den French Open ist unser Ziel ganz einfach: den Spielern einen Racket- und Bespannungsservice zu bieten, der den Goldstandard aller Grand-Slam Turnier-Services darstellt.”

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