Badminton: unvergleichlich gute Motivations-Techniken

Die mentale Einstellung ist oftmals entscheidend, wenn es um sportliche Aktivitäten geht. Entdecken Sie hier die vier unverzichtbaren Strategien, die Julien Fuchs, Leiter des Pôle Espoir Badminton de Strasbourg und Kapitän des ASPTTS, getestet und für gut befunden hat, um Ihre Leistung im Badminton zu verbessern:

• Sorgen Sie für eine positive innere Einstellung;
• Erstellen Sie Trainingspläne zur Festlegung Ihrer Ziele;
• Nutzen Sie Gruppentraining, um sich gemeinsam mit anderen zu motivieren;
• Erstellen Sie eine eigene Playlist mit Motivationsmusik für das Training.

Ihre mentale Einstellung wird Ihr bester Badminton-Trainer sein, wenn Sie nur ein bisschen daran arbeiten. Auch wenn das körperliche Training natürlich der Hauptpfeiler jeder sportlichen Aktivität ist, so ist doch die mentale Vorbereitung ebenso wichtig, um das eigene Niveau zu verbessern. Aber was sind die Geheimnisse positiven Denkens, wie schafft man es, sich so zu motivieren, dass man seine Ziele erreicht?

1.    Der innere Monolog: Wie sorge ich für eine positive innere Einstellung?
 

Eine der wichtigsten Übungen zur mentalen Vorbereitung ist der sogenannte innere Monolog: Diese individuelle, persönliche Übung besteht darin, seine Gedanken auf die gesetzten Ziele zu lenken und diese mit Hilfe einer positiven inneren Einstellung zu erreichen.


Es hängt ein bisschen von Ihrer Persönlichkeit und Ihren Vorlieben ab, was die richtige Formel für Sie ist, um Frustrationen, Stressfaktoren und Ängste abzubauen. Nutzen Sie kleine Übungen und führen Sie diese vor jedem Spiel durch. „Jeder hat vor einem Spiel seine eigenen Angewohnheiten. Manche lesen in einem Notizbuch mit positiven Sätzen, andere hören still für sich Musik oder haben ein positives Mantra, das sie während des Spiels immer wieder aufsagen …“
Wie bei allen physischen Trainingseinheiten ist es auch mental am besten, regelmäßig zu üben. Laut Julien hängt die Häufigkeit von den Zielen ab, die Sie erreichen möchten. „Im Training haben wir diese Art von Übung verwendet: Man musste alle negativen Sätze in positive Aussagen umwandeln. Negationen sind verboten!“ erklärt Julien.
Wenn jemand Schwierigkeiten hat, vor einem Spiel irgendwelche Übungen durchzuführen, hat Julien eine Lösung. „Ich zeige ihm Videoaufnahmen von sich selbst, um ihm seine Körpersprache zu vergegenwärtigen. Ich lege Wert darauf, dass dem Gegner gezeigt wird, dass man gewinnen möchte. Man muss sich auf seine Stärken konzentrieren und darauf, immer den nächsten Punkt für sich zu holen.“ Wer hingegen signalisiert, dass er verärgert oder frustriert ist, gibt dem Gegner Selbstvertrauen – und nicht sich selbst.


2.    Erstellen Sie Trainingspläne zur Stärkung Ihrer mentalen Einstellung:


Ein Trainingsplan ist so etwas wie eine Landkarte, auf der Ihr Ziel schon eingetragen ist – entlang einer festen Route mit konkreten Übungen in einer bestimmten Anzahl, an die Sie sich halten sollten. 
Julien erläutert, dass im Pôle Espoir, einer Art Leistungszentrum, „manche das Ziel haben, vor allem an internationalen Turnieren oder ganz großen Wettbewerben wie den Europameisterschaften teilzunehmen, andere dagegen eher auf nationale Wettbewerbe hinarbeiten.“
Wie sollte man den Umfang seines Trainingsplans bestimmen? Julien Fuchs berechnet die Trainingseinheiten danach, wie lange die Zeit bis zum nächsten Turnier ist:
-    Je länger es noch hin ist, desto mehr Gewicht können Sie auf den körperlichen Aspekt legen: „In der Frühphase legen wir Wert auf Fitness-, Ausdauer- und Krafttraining.“
-     Je näher das Turnier rückt, desto mehr sollte man sich auf die mentale Vorbereitung konzentrieren: „Die Trainingseinheiten werden viel kürzer, aber dabei auch intensiver.“
Um die mentale Stärke zu trainieren, gibt es ein paar Techniken, die Julien Fuchs seinen Spielern empfiehlt: „Vor dem Spiel Yoga, Meditation, Atemübungen oder auch die Entspannungs- und Konzentrationstechnik der Sophrologie einzusetzen, wird immer beliebter.“
Letzter Tipp von Julien Fuchs an die Nachwuchsspieler vom Pôle Espoir: „Ich sage meinen Spielern immer, dass sie einen starken Auftritt vor sich haben und sich als Schauspieler begreifen sollen.“


3.    Trainieren Sie gemeinsam mit anderen – der Teamgeist stärkt Sie alle: 
 

Gemeinsames Training mit anderen ist eine großartige Möglichkeit, sich gegenseitig zu motivieren. In der Tat ist es viel lohnender, mit anderen zu trainieren, die ähnliche Ziele verfolgen: gemeinsam bessere Leistungen erzielen und gewinnen. „Wenn das ganze Team fit ist und gut miteinander auskommt, wenn die Spieler alle füreinander einstehen, dann ist das ein echtes Plus!“


Die Solidarität und der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe müssen gestärkt werden, damit sich alle gut verstehen und ein wirklicher Teamgeist entstehen kann. Deshalb organisiert Julien Fuchs regelmäßig Aktivitäten wie „Wanderungen, Run- & Bike-Touren, bei denen, wie der Name schon sagt, ein Spieler läuft und ein anderer Fahrrad fährt, Joggen in den Bergen oder sogar Ausflüge ins Ausland!“


Wenn es um Gruppen-Training geht, sollte man auch internationale Begegnungen einbeziehen. Der soziale Aspekt in der Gruppe stärkt Fähigkeiten wie Zuhören und das Gefühl für Zwischenmenschliches und Integration, was für ein Team ja sehr wichtig ist. Spieler, die gewohnt sind, in der Gruppe zu trainieren, können sie sich leichter anpassen und mit anderen in Kontakt treten, wenn sie eingeladen werden, an regionalen, nationalen oder auch internationalen Wettbewerben teilzunehmen. „Als wir mit den jungen Leuten des Pôle Espoir auf die französische Übersee-Insel La Réunion gefahren sind, haben sie innerhalb eines Tages Freunde gefunden. Sie können sich eben sehr schnell integrieren!“ 


4.    Der Experten-Tipp: Erstellen Sie eine Playlist mit Motivations- und Durchhaltemusik


Musik ist und bleibt eine hervorragende Möglichkeit, sich im Training zu motivieren und „physische Schaltkreise“ zu programmieren. Der positive Einfluss von Musik auf den Geist steigert auch die körperlichen Fähigkeiten der Spieler: Man empfindet, dass die Zeit schneller vergeht, und körperliche Anstrengungen scheinen weniger mühsam.
Jeder Sportler oder Spieler hat seine eigenen musikalischen Vorlieben, aber in der Regel wird rhythmische Musik empfohlen. Julien Fuchs räumt ein: „Wenn ich Musik mit Texten spiele, neigen meine Schüler dazu, mitzusingen oder mitzusummen.“ Um also nicht vom Training abzulenken, sollte man demnach „rhythmische Musik bevorzugen, ohne Texte, so wie im Fitnessstudio.“


Vor Turnieren ist es auch ratsam, eine eigene Playlist zu erstellen, um konzentriert zu bleiben. Dabei gibt es keine bestimmte Vorgabe, aber Julien Fuchs rät von übermäßig aggressiver Musik ab, die das Gegenteil von dem bewirken könnte, was beabsichtigt ist.


Die mentale Einstellung spielt eine wichtige Rolle beim Badminton. Am wichtigsten ist es, sich dabei ein ganz konkretes Ziel zu setzen. Nehmen Sie sich Zeit, die verschiedenen von Julien Fuchs genannten Strategien auszuprobieren und die für Sie am besten geeignete(n) herauszufinden. Der innere Monolog sollte immer positiv sein. Trainingspläne müssen gut organisiert und strukturiert sein, damit Sie Ihre Prioritäten im Auge behalten können. Denken Sie an Gruppentraining für die gemeinsame Motivation und schließlich an die Playlist, die Sie pusht, vor, während oder nach wichtigen Matches oder Workouts.