"Vor jedem Turnier höre ich Musik und visualisiere gleichzeitig die besten Schläge der vorherigen Spiele" - Juan Lebrón

Seit er im Alter von acht Jahren mit dem Padel-Tennis begonnen hat, verbesserte Juan Lebrón unaufhörlich sein Spiel. Und im Alter von 25 Jahren steht er nun an der weltweiten Spitze. Lebrón und sein Partner Alejandro Galán sind auf der diesjährigen World Padel Tour fast nicht aufzuhalten, wobei sie zwei der drei offiziellen Turniere in dieser Saison gewonnen und beim dritten das Finale erreicht haben.

Nicht nur Padel liegt Lebrón im Blut: Auch Musik ist für ihn lebenswichtig. Und beides ist untrennbar miteinander verbunden.

"Egal ob ich reise oder zu Hause bin - Musik hilft mir dabei, mich zu entspannen, klare Gedanken zu bekommen, sie motiviert mich und verhilft mir zu schönen Träumen. Sie bedeutet sehr viel für mich", erklärt er.

"Ich war bereits als Kind ein Musikfan und fand heraus, dass Musik und Sport vieles gemeinsam haben. Beide Aktivitäten erfordern harte Arbeit, um ein gutes Niveau zu erreichen. Und sie ergänzen sich gegenseitig."

Lebrón hat herausgefunden, dass Musik ihm beim Padel-Spiel sehr hilft. Sein Sportpsychologe sagte ihm, dass "ich vor jedem Turnier Musik hören und dabei die besten Schläge visualisieren sollte, die ich in vorangegangenen Matches gespielt habe, um mich 100-prozentig darauf zu konzentrieren, eine weitere Top-Leistung zu erbringen.  Ohne Musik würde ich das nicht schaffen."

Elektronische Musik steht ganz oben auf seiner Lieblingsplaylist - aber vielleicht sollte man eher von Listen sprechen. "Ich habe viele Lieblingsmusiker, sodass ich keine spezifischen Namen nennen kann, aber derzeit höre ich viele Songs von Tales of Us und Solomun."

Musik ist ein wichtiger Teil von Lebrón’s Familienleben bei ihm zu Hause in der Küstenstadt Puerto de Santa María in Andalusien, wo das spanische Kunstgenre Flamenco in der lokalen Kultur und Gesellschaft tief verwurzelt ist. "Alle Mitglieder meiner Familie sind begeisterte Fans, sie nehmen mich zu Flamenco-Clubs mit, meine Schwester Isabel Pilar ist die beste Flamenco-Tänzerin, die ich je gesehen habe - ich wünschte, dass ich etwas von ihrem Tanztalent abbekommen hätte", schmunzelt er.

"Wir besitzen etwas Land hier in Spanien, und manchmal laden wir Freunde zu uns ein, die wirklich gute Flamenco-Sänger sind, richtige Künstler, und dann veranstalten wir waschechte Flamenco-Fiestas.

Lebrón’s Familie vermittelte ihm nicht nur die Liebe für Musik, sie war ebenfalls maßgeblich daran beteiligt, dass er in die Padel-Tenniswelt einstieg. In der florierenden Padel-Szene in Puerto de Santa Maria "spielte mein Vater mit seinen Freunden, und ich schaute ihm dabei zu", erinnert er sich, "obwohl ich ehrlich gesagt als Kind mehr Fußball als Padel spielte. Meine Eltern legten ebenfalls Wert darauf, dass ich fleißig in der Schule lernte. Erst mit 16 Jahren realisierte ich, dass ich eine Laufbahn als professioneller Padel-Spieler einschlagen wollte."

Er ist überzeugt, dass das Sponsoring von Babolat ausschlaggebend für seinen Erfolg war. "Der erste Kontakt fand auf den Weltmeisterschaften in Cascais 2016 statt, und die Arbeit mit ihnen half mir dabei, mich weiter zu entwickeln und als Spieler enorm zu verbessern. Jedes Mal, wenn ich Eric Babolat traf, war er sehr nett zu mir, und er sendet mir immer wieder Unterstützungsnachrichten. Ich freue mich sehr, ein Mitglied der Babolat Familie zu sein - und möchte dies noch lange sein."

Obwohl er ein führender Padel-Spieler ist - im vergangenen Jahr belegte er als erster spanischer Spieler die Nummer 1 in der WPT Weltrangliste der Herren - hegt er ebenfalls eine tiefe Liebe zu einem anderen Sport. Wenn er Padel nicht entdeckt hätte, sagt Lebrón, hätte er versucht, Profi-Fußballer zu werden, " wahrscheinlich im Mittelfeld".

Als lebenslanger Unterstützer des spanischen Fußballteams Betis war er Anfang dieses Jahres im Stadium, als Betis gegen Real Madrid 2:1 gewann. 

Er lebt seit Beginn seiner Profi-Karriere in Madrid, aber Puerto de Santa Maria bleibt "ein ganz besonderer Ort in meinem Leben. Hier ist es einfach so schön.", erklärt er. "Strände, Bars, wundervolles Essen - das pescaito frito [frisch frittierter Fisch] ist unvergleichlich. Aber in erster Linie sind die Menschen sehr warmherzig. Ich denke, dass meine Zukunft in Madrid liegt, aber ich werde immer versuchen, meine Zeit zwischen diesen beiden Orten aufzuteilen.

Wohin auch immer Lebrón geht - im Hintergrund ist mit Sicherheit Musik zu hören.